Europäische Zinsangebote richtig nutzen

In den letzten Jahren und Monaten hat sich viel getan zum Thema Zinsangebote. Zinsen von deutschen Banken sind kaum mehr vorhanden und vermögende Kunden müssen bereits bei einigen Banken Geld bezahlen um Ihre Ersparnisse zu parken. Auch auf dem europäischen Mark hat sich einiges verändert und viele Fintechs ermöglichen heute das Ersparte komfortabel innerhalb europäischen Union anzulegen, zu wesentlich besseren Konditionen.

Bei welchen Anbietern kann ich mein Geld anlegen?

Im Moment gibt es drei Anbieter mit guten Zinsangeboten, die wir auch schon getestet haben.

Was gilt es zu beachten um von den Zinsangeboten zu profitieren?

Bei Savedo, Weltsparen sowie Zinspilot ist eine Eröffnung eines Abwicklungskontos pflicht. Das ist über das Postidentverfahren oder über Videolegitimation schnell erledigt und auch nicht aufwendig. Alle drei Anbieter haben keine eigene Banklizenz und setzten daher auf einen weiteren Dienstleister zur Abwicklung:

Nach der erfolgreichen Eröffnung des deutschen Abwicklungskontos wird der Zugang freigeschaltet und nun kommt es zur Auswahl der Zinsangebote auf der jeweiligen Plattform. Weltsparen kann hier am meisten bieten. Sobald man sich für ein Angebot eines Zinskontos entschieden hat, erhält man in der Regel ein weiteren Tages- oder Festgelderöffnungsauftrag der jeweiligen europäischen Partnerbank. Sobald der Auftrag bearbeitet, das Festgeldkonto eröffnet und der Anlagebetrag überwiesen wurde fließen die Zinsen, je nach Konditionen des Zinskontos sogar mehrmals im Jahr.

Unser Testerfahrung anhand mehrerer Zinskonten

Als nächstes möchten wir unsere Testerfahrung mit euch teilen. Wir haben in den letzten Jahren mehrere Festgeldkonten über Savedo, Zinspilot sowie Weltsparen bei  verschiedenen europäischen Banken eröffnet, was sowohl Festgeld aber auch Tagesgeldkonten betrifft. Nachfolgend seht ihr die von uns genutzten Angebote.

Die Eröffnung an sich ist bei allen drei Anbietern gut erklärt. Man erhält umfangreiches Informationspaket auf den Webseiten zu den Zinskonten bzw. zu der jeweiligen Bank. Mehrere Festgelder waren von der Laufzeit auf 1 Jahr begrenzt und sind heute bereits aufgelöst worden. Die Auszahlung der ausgelaufenen Festgeldern auf das deutsche Abwicklungskonto hat immer einwandfrei und ohne Nachfrage geklappt. Die Übersicht der Konten bei Weltsparen und Savedo ist wirklich gut gelungen, nur Zinspilot haben wir uns etwas schwerer zurecht gefunden.

Unser Fazit: Fremdwährung und Quellensteuer beachten!

Bei einer Anlage von 5000 Euro können noch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Dabei beeinträchtigt die Quellensteuer und der jeweilige Wechselkurs die Rückzahlungssumme enorm und bei unser Anlage in Norwegen bei der BN Bank hat sich der Wechselkurs der norwegischen Kronen ungünstig entwickelt. Das heißt, der Kurs die norwegische Krone ist schwächer geworden und wir hätten bei Auszahlung  unseres Festgeldes knapp 1000 Euro im Jahr 2016 verloren. Die BN Bank bietet aber eine Verlängerung des Festgeldes an, welche wir unter diesen Umständen angenommen haben. Der momentane Kurs der norwegischen Krone hat sich deutlich verbessert, sodass eine weitere Verlängerung nicht mehr notwendig ist. Fazit: die Festgeldanlage in einer Fremdwährung ist mit Vorsicht zu betrachten und vor Abschluss solch eines Vertrages sollten dem Anleger alle Risiken bewusst sein. Weltsparen weist das Risiko jedoch nochmal deutlich auf der Angebotsseite aus.

Die ausländische Quellensteuer mindert das tatsächliche Zinsangebot

Jedes europäische Land erhebt einen anderen Quellensteuersatz. Eine oft gestellte Frage lautet: was wird tatsächlich besteuert? Um die Antwort zu vereinfachen, zeige ich das Prinzip der Quellensteuer an einem Beispiel auf:

Angenommen wir haben ein Festgeld bei einer portugiesischen Bank mit einer Einlage von 5000 Euro mit einem Zinssatz von 1 Prozent p.a., wobei in Portugal ein Quellensteuersatz von 28 Prozent gilt

  • 5000 Euro – 1 % laut Angebot
    • 50 Euro Zinsertrag
    • 36 Euro Zinsertrag nach Quellensteuerabzug
    • 5036 Euro werden dem Anleger nach Deutschland überwiesen

Durch den Quellensteuerabzug ist der Zinsertrag von 1 Prozent auf 0,72 Prozent gesunken. Die aktuellen Quellensteuersätze (und die vergangener Jahre) auf Zinsen und Dividenden im Ausland findet man in einer Tabelle des Bundeszentralamtes für Steuern unter www.bzst.de, Rubrik Steuern International/Ausländische Quellensteuer.

Der Joker um Steuern zu sparen: die Ansässigkeitsbescheinigung

Wie im obigen Beispiel aufgezeigt, erhält man tatsächlich nur 0,72 Prozent. Weltsparen und alle weiteren Anbieter stellen allen Anlegern aber kurz vor der Fälligkeit des eigenen Festgeldes die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung. Durch das eigene Finanzamt erfolgt dann eine Bestätigung der Ansässigkeit auf den zuvor erhaltenen Unterlagen. Bei Einreichung dieser Unterlagen reduziert sich die Quellensteuer auf 15 Prozent, statt vormals 28 Prozent.

  • 5000 Euro – 1 % p.a. laut Angebot
    • 50 Euro Zinsertrag
    • 42,50 Euro Zinsertrag nach Quellensteuerabzug
    • 5042,50 Euro werden dem Anleger nach Deutschland überwiesen

Von den 1 Prozent im Angebot bleiben dann noch 0,85 Prozent übrig.

Die Thematik Besteuerung ist komplex. Hier ein lesenswerten Beitrag zum Thema Quellensteuer.

Fazit: trotz Quellensteuer sind europäische Zinsangebote attraktiver als inländische Angebote

Der  Festgeldvergleich von kontenfuchs.de zeigt deutlich, dass sich europäische Festgelder lohnen. Die Absicherung der Einlage beträgt in der Regel 100.000 Euro und die Zinsen sind wesentlich besser als deutsche Alternativangebote. Auch der Service und die Unterstützung durch Weltsparen, Zinspilot sowie Savedo sind umfangreich.

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